Lockdown-Lyrik 2.0 / 062: »Krise« von Mathias Jeschke

»Lockdown-Lyrik 2.0! Quarantäne poetisch ausleuchten – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« ist eine Online-Sammlung von Gedichten, die sich mit der Corona-Krise befassen. Es darf uns weiterhin die Sprache nicht verschlagen! In loser Folge erscheinen neue Episoden der nun von Sabine Schiffner, Anton G. Leitner, Alex Dreppec und Fritz Deppert herausgegebenen Anthologie (Dank an Jan-Eike Hornauer für die Mitherausgeberschaft bei Folge 1-154).

 

Mathias Jeschke

Krise

Zum Mittag gibt es Corona.
Die Kinder spielen draußen Corona.
Morgens klingele ich nebenan,
um nach Corona zu sehen.

Ich würd mir am liebsten Corona besorgen,
doch fehlt mir dazu die Corona.
Im Garten blüht die Corona.
Mein Lieblingssternbild: Corona.

Ich fliege im Urlaub nach Corona,
um mit Corona am Strand zu liegen.
Mein neues Auto ist ein Corona.
Das Buch, das ich lese: Corona.

Die Serie, die wir uns reinziehn: Corona.
Nachts träume ich von Corona.
Und wenn diese Corona-Sache vorbei ist,
werd ich als erstes Corona umarmen.

 

© 2021 Mathias Jeschke, Stuttgart
(Redaktion: Anton G. Leitner)

 

 

Lockdown Lyrik 2.0. Wir hatten gehofft, dass es zu keinem zweiten Lockdown mehr kommen würde. Aber jetzt ist er angeordnet, der sog. »Wellenbrecher-Lockdown«. Er beginnt in Deutschland ab Montag, den 2. November 2020 – mit der Aussicht auf triste Herbst- und Wintertage. Grund genug für die Redaktion der Jahresschrift DAS GEDICHT, ihre vieldiskutierte Netz-Anthologie zur Corona-Krise vom Frühjahr 2020 wieder hochzufahren. Möge diese Online-Sammlung zur Pandemie uns allen einmal mehr dabei helfen, tief Luft zu holen und möglichst viele Aspekte der weltweiten Katastrophe mit dem Instrumentarium der Lyrik auszuleuchten, damit wir und unsere Leserinnen und Leser mental nicht unter die zweite Welle geraten!

Sabine Schiffner, Alex Dreppec, Fritz Deppert und Anton G. Leitner
 
PS: Alle bereits geposteten Folgen von »Lockdown-Lyrik! Quarantäne querdenken – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« finden Sie hier. In loser, jedoch zügiger Folge wird die Sammlung erweitert.

 

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