Lockdown-Lyrik 2.0 / 090: »Das Heft des Handelns« von Hellmuth Opitz

»Lockdown-Lyrik 2.0! Quarantäne poetisch ausleuchten – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« ist eine Online-Sammlung von Gedichten, die sich mit der Corona-Krise befassen. Es darf uns weiterhin die Sprache nicht verschlagen! In loser Folge erscheinen neue Episoden der nun von Sabine Schiffner, Anton G. Leitner, Alex Dreppec und Fritz Deppert herausgegebenen Anthologie (Dank an Jan-Eike Hornauer, Mitherausgeber Folge 1-154).

 

Hellmuth Opitz
 

Das Heft des Handelns liegt zerrissen im Dreck,
die Seiten besudelt, in Pfützen getauft, derweil

wir auf dem Sofa unser Leben in Serie streamen,
Titel: Vom Hörensagen ins Bleibenlassen.

Auf einmal sind alle Aktivisten: im Beleidigen.
Und Beleidigtsein. Krank oder Gekränktsein,

dazwischen gibt es nichts in diesem Winter
unseres Missgelingens. Dichtes Pixelgestöber

auf allen Kanälen, an jeder Ecke hochgestapelt
Maulsperrmüll, den niemand mehr abholt.

Wie heruntergekommen die Schimpfworte sind,
sagst du, ich meine, das waren mal Kraftausdrücke.

 

© 2020 Hellmuth Opitz, Bielefeld
(Redaktion: Anton G. Leitner und Alex Dreppec)

 

 

Lockdown Lyrik 2.0. Wir hatten gehofft, dass es zu keinem zweiten Lockdown mehr kommen würde. Aber jetzt ist er angeordnet, der sog. »Wellenbrecher-Lockdown«. Er beginnt in Deutschland ab Montag, den 2. November 2020 – mit der Aussicht auf triste Herbst- und Wintertage. Grund genug für die Redaktion der Jahresschrift DAS GEDICHT, ihre vieldiskutierte Netz-Anthologie zur Corona-Krise vom Frühjahr 2020 wieder hochzufahren. Möge diese Online-Sammlung zur Pandemie uns allen einmal mehr dabei helfen, tief Luft zu holen und möglichst viele Aspekte der weltweiten Katastrophe mit dem Instrumentarium der Lyrik auszuleuchten, damit wir und unsere Leserinnen und Leser mental nicht unter die zweite Welle geraten!

Sabine Schiffner, Alex Dreppec, Fritz Deppert und Anton G. Leitner
 
PS: Alle bereits geposteten Folgen von »Lockdown-Lyrik! Quarantäne querdenken – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« finden Sie hier. In loser, jedoch zügiger Folge wird die Sammlung erweitert.

 

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