Lockdown-Lyrik 2.0 / 125: »Gespräch eines durch fortwährende Krisenberichterstattung leicht verwirrten Patienten mit seinem Hausarzt« von Christian Engelken

»Lockdown-Lyrik 2.0! Quarantäne poetisch ausleuchten – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« ist eine Online-Sammlung von Gedichten, die sich mit der Corona-Krise befassen. Es darf uns weiterhin die Sprache nicht verschlagen! In loser Folge erscheinen neue Episoden der nun von Sabine Schiffner, Anton G. Leitner, Alex Dreppec und Fritz Deppert herausgegebenen Anthologie (Dank an Jan-Eike Hornauer für die Mitherausgeberschaft bei Folge 1-154).

 

Christian Engelken
 

Gespräch eines durch fortwährende Krisenberichterstattung
leicht verwirrten Patienten mit seinem Hausarzt

„Herr Doktor, mir geht’s nicht gut, alles tut weh!
Was habe ich? Haben Sie eine Idee?
Vielleicht diese komische Krankheit mit C?
Muss ich jetzt vielleicht in die große Stadt B
Zu diesem – wie heißt er noch gleich – der mit P,
Nein, D, dieser Lockenkopf, schwarz, Charité,
Sie wissen schon, Popstar, na der – ach, herrje…“

„Mein Lieber, sie haben die Krankheit mit E –
Die Einbildung, nicht mal die Krankheit mit G.
Am besten, sie wandeln mal auf der Allee –
Es reicht auch schon ein, zwei Mal hier ums Karree –
Und trinken daheim einen schwarzen Kaffee!
Okay? Dann adieu!“
 

geschrieben im Corona Jahr 2021,
gewidmet Prof. Christian Drosten

 

© 2021 Christian Engelken, Hannover
(Redaktion: Anton G. Leitner)

 

 

Lockdown Lyrik 2.0. Wir hatten gehofft, dass es zu keinem zweiten Lockdown mehr kommen würde. Aber jetzt ist er angeordnet, der sog. »Wellenbrecher-Lockdown«. Er beginnt in Deutschland ab Montag, den 2. November 2020 – mit der Aussicht auf triste Herbst- und Wintertage. Grund genug für die Redaktion der Jahresschrift DAS GEDICHT, ihre vieldiskutierte Netz-Anthologie zur Corona-Krise vom Frühjahr 2020 wieder hochzufahren. Möge diese Online-Sammlung zur Pandemie uns allen einmal mehr dabei helfen, tief Luft zu holen und möglichst viele Aspekte der weltweiten Katastrophe mit dem Instrumentarium der Lyrik auszuleuchten, damit wir und unsere Leserinnen und Leser mental nicht unter die zweite Welle geraten!

Sabine Schiffner, Alex Dreppec, Fritz Deppert und Anton G. Leitner
 
PS: Alle bereits geposteten Folgen von »Lockdown-Lyrik! Quarantäne querdenken – etwas ernst zu nehmen heißt nicht, sich davon unterkriegen zu lassen« finden Sie hier. In loser, jedoch zügiger Folge wird die Sammlung erweitert.

 

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