Das flüchtige Schöne einfangen – Ausschreibung zur neuen Netz-Anthologie

Für eine neue Netz-Anthologie macht sich das Online-Forum der Zeitschrift DAS GEDICHT, www.dasgedichtblog.de, auf die Suche nach dem Schönen. Über Jahrhunderte war die Kunst auch eine Instanz der Ästhethik. Seit längerem aber herrscht die Scheu vor einer Makellosigkeit der Oberfläche im modernen Kunstbetrieb. Welcher Künstler im 21. Jahrhundert möchte schon dem Verdacht ausgesetzt sein, seine Werke seien hübsch! Aufrütteln sollen sie, zum Nachdenken animieren, erschrecken oder verstören, den im Alltagswohlstand rundum versorgten Menschen, der mit Tod, Krieg und Gosse meist nur noch mittelbar in Berührung kommt.

Schönheit wird heute oft reduziert auf den schönen Schein, auf das Streben nach der Idylle im Schöner-Wohnen-Heim, auf die Anbetung getrimmter Körper und korrigierter Gesichter. Gleichzeitig prasselt über die Sozialen Medien als Kontrastprogramm das Negative, Grausame und Böse – weltweit gepostet – mit nie gekannter Macht auf die Nutzer ein.

Wäre es daher nicht an der Zeit, der Schönheit in der Kunst wieder einen Platz einzuräumen? Jener Schönheit, die beim Betrachter Freude, Trost und Glück – wenigstens für kurze Augenblicke – auszulösen vermag? Das wirklich Schöne ist flüchtig und zeigt sich in der Art und Weise, wie wir die Welt und uns selbst sehen. Um das eigentliche Versprechen der Schönheit zu begreifen, müssen wir uns nicht anstrengen. Es reicht, wenn wir lernen, sie wahrzunehmen. Und diese Erkenntnis meint nicht zwingend die Perfektion der Erscheinung, die ästhetische Form und Gestalt, sondern eine innere Haltung zum Sein – wäre das nicht ein Weg, unserer ambivalenten Welt auch wieder Gutes abzugewinnen?

Für die neue Netz-Anthologie mit dem Titel »Das flüchtige Schöne einfangen« bittet Sandra Blume, Redakteurin von DAS GEDICHT blog, um die Zusendung von Gedichten, die das flüchtige Schöne einfangen. Die 15 besten Texte werden von Sandra Blume eingesprochen und auf DAS GEDICHT blog in Schrift und Ton publiziert. Bis zu drei Gedichte pro AutorIn können bis Donnerstag, 31. Mai 2018 an Sandra Blume (das-schoene-einfangen@gmx.de) per E-Mail eingereicht werden. Die Rechte der Gedichte bleiben bei den AutorInnen, wo sie auch zum Zeitpunkt der Einreichung und ggf. bei der Veröffentlichung liegen müssen.

Sandra Blume. Foto: Yvonne Bartsch

Sandra Blume. Foto: Yvonne Bartsch

Sandra Blume (Jahrgang 1976) hat Geschichte, Kulturwissenschaften und Journalistik studiert. Sie arbeitet seit 2005 als freie Texterin, PR-Beraterin und Theaterdramaturgin. Seit 2013 ist sie Pressesprecherin des Wartburgkreises in Thüringen. Sie hat bei zahlreichen Lese-, Radio- und Theaterveranstaltungen mit einer »lyrischen Zärtlichkeit des Lauschens und Staunens« dem Publikum so manches Gedicht neu eröffnet. 2017 hat sie auf DAS GEDICHT blog die Online-Anthologie »Lyrik rettet den Montag« herausgegeben und hörbar gemacht.

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