Im babylonischen Süden der Lyrik – Folge 48: »TALKING ABOUT BANGLA POETRY: DER SÜDAFRIKANISCHE DICHTER PETER HORN – IN MEMORIAM«

Tobias Burghardt flaniert jeweils am 5. eines Monats auf DAS GEDICHT blog durch die südlichen Gefilde der Weltpoesie. In der Rubrik »Im babylonischen Süden der Lyrik« werden Sprachgemarkungen überschritten und aktuelle Räume der poetischen Peripherien, die innovative Mittelpunkte bilden, vorgestellt.

 

Am 23. Juli 2019 ist der südafrikanische Dichter böhmischer Herkunft Peter Horn in Johannesburg gestorben, der in seiner Lyrik u.a. nachhaltig die Apartheidpolitik in Südafrika brandmarkte und zu den poetischen Vorkämpfern der Demokratisierung am Kap der Guten Hoffnung gehört.

Im vorvergangenen Jahr interviewte ich Peter Horn anlässlich der Herausgabe der faszinierenden englischsprachigen Anthologie »100 Poems from Bangladesh«. Aminur Rahman, der Dichter aus Dhaka, hatte uns schon länger mit ihm in Kontakt gebacht – siehe zu mehr »TALKING ABOUT BANGLA POETRY« auch »Im bayblonischen Süden der Lyrik« Folge 20 sowie Folge 24 und Folge 45.

Peter Horn, der südafrikanische Dichter böhmischer Herkunft

Peter Horn, der südafrikanische Dichter böhmischer Herkunft (Foto: Aminur Rahman, Dhaka)

Das Interview blieb bislang unveröffentlicht. In Erinnerung an den Dichterfreund und Mitherausgeber Peter Horn folgt hier der originale Wortlaut auf Englisch:

TALKING ABOUT BANGLA POETRY
WITH PETER HORN (18th/19th April 2017)

Tobias Burghardt:
You’re a famous South African poet with Bohemian roots. How you get envolved with Bangla poets?

Peter Horn, der südafrikanische Dichter böhmischer Herkunft mit Aminur Rahman

Peter Horn, der südafrikanische Dichter böhmischer Herkunft mit Aminur Rahman (Foto: Aminur Rahman, Dhaka)

Peter Horn:
I had contacts in Hongkong and particularly in the Philippines before. In 2002, I was invited to the »Pengucapan Puisi Dunia Kuala Lumpur ke-9 – 9th Kuala Lumpur World Poetry Reading. 1.-5. October 2002. Dewan Bahasa dan Pukasta (Institute of Language and Literature), Malaysia, Kuala Lumpur«. I gave the keynote address – »Poetry in Our Lives Today« – and took part in poetry readings. Some of the poems I read were translated in Malayam. It was there that I met Aminur Rahman. He then translated and published a booklet of some of my poems in Bangla. It was then that I became more interested in Bangla poetry.

Tobias Burghardt:
What was your primordial intention as editor team – together with your wife Dr. Anette Horn – to present an anthology of contemporary Bangla poetry? How you both make the selection of 100 poems by 25 Bangla poets?

Peter Horn:
Aminur asked us to edit the English translations. The selections were done in Dhaka, as well as the translations.

Tobias Burghardt:
It’s an amazing teamwork of 32 translators, sometimes poets translating themselves or others, too. Which experience you‘ve made as editors during this poetry translation project?

Peter Horn:
You assume that we are experts on Bangla. What we know we learned from Aminur. What we added was our long experience over many years as writers and editors of poetry in an English speaking country and our academic training in English and German literature.

Tobias Burghardt:
Which are your beloved poets and/or your favourite poems in this anthology? There are some outstanding women poets in modern Bangla poetry until today? What do you wish for this marvellous anthology »100 Poems from Bangladesh«?

Peter Horn:
I would not like to single out some of the poems over others. The ones selected are all fine examples of Bangly poetry.

 

Wir vermissen Dich, Peter!

 

»100 Poems from Bangladesh« edited by Dr. Peter Horn and Dr. Anette Horn bei Edition Delta

Buchcover-Abbildung (Edition Delta)

 

 

 

 

 

 

 

»100 Poems from Bangladesh«
edited by Dr. Peter Horn and Dr. Anette Horn
bei Edition Delta

 

 

 

 

Tobias Burghardt. Foto: privat

Tobias Burghardt. Foto: privat

Tobias Burghardt (Jahrgang 1961) ist Lyriker, Übersetzer und Verleger der Stuttgarter Edition Delta (www.edition-delta.de). Er veröffentlichte mehrere Lyrikbände, darunter seine Fluss-Trilogie sowie »Septembererde & August-Alphabet«. Zuletzt erschien seine Werkauswahl »Mitlesebuch 117« (Aphaia Verlag, Berlin/München 2018). Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und Einzeltitel erschienen in Argentinien, im Irak, in Japan, Kolumbien, Portugal, Serbien, Schweden, Uruguay und Venezuela. Er ist Mitbegründer und Koordinator des »Babylon Festivals für Internationale Kulturen & Künste«, das seit 2012 jährlich in Babylon und Bagdad stattfindet. Mit seiner Frau Juana Burghardt überträgt er lateinamerikanische Lyrik, katalanische Poesie, lusophone Lyrik und spanische Poesie. Sie sind Herausgeber und Übersetzer der Werkreihe von Miquel Martí i Pol, aus der Pep Guardiola im Sommer 2015 im Literaturhaus München las, und seit Herbst 2014 der Stuttgarter Juarroz-Werkausgabe, dem wir das GEDICHT-Motto »Ein Gedicht rettet einen Tag« (Roberto Juarroz) verdanken. Im Frühjahr 2017 wurden beide für ihr jeweiliges poetisches Werk und ihr gemeinsames literarisches Engagement zwischen den Kulturen und Sprachen mit dem Internationalen KATHAK-Literaturpreis in der südasiatischen Metropole Dhaka, Bangladesch, ausgezeichnet. Tobias Burghardt war GEDICHT-Redakteur der ersten Stunde und organisierte immer wieder wunderbare Sonderteile mit lateinamerikanischer Poesie für unsere Zeitschrift DAS GEDICHT.
Alle bereits erschienenen Folgen von »Im babylonischen Süden der Lyrik« finden Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.